Kindergarten und Vorschule

Für fast alle Schülerinnen der DSB Alexandria beginnt die Schullaufbahn im Kindergarten. Schwerpunkt des Kindergartens ist der Spracherwerb der Zweitsprache Deutsch. Ein großer Teil der Kommunikation im Kindergarten findet auf Deutsch statt, so dass die Kinder im alltäglichen Umgang in die Sprache eingeführt werden. Zusätzlich findet themengebundener Spracherwerb, meist in Kleingruppen, statt. Singen, Wort- und Satzübungen in Liedern und Geschichten, Puppenspiel und Rhythmusspiele vermitteln die Sprache auf vielen Ebenen. Einmal in der Woche haben die Kleinen auch Unterricht in ihrer Muttersprache Arabisch, da diese gleichzeitig gefördert werden muss, um die Fremdsprache Deutsch zu erlernen. Besondere Höhepunkte im Kindergartenjahr sind die Feste des ägyptischen und deutschen Kulturkreises wie z.B. der Laternenumzug oder der Besuch des Nikolaus. Natürlich kommt freies Spielen und Toben im Garten nicht zu kurz.

Unser Kindergarten hat zwei Gruppen mit jeweils ca. 30 Mädchen im Alter von drei bis vier Jahren. Die Gruppen werden von zwei bis drei deutschsprachigen Erzieherinnen (Muttersprache) und deutsch-arabisch-sprachigen Erzieherinnen geleitet.

Aufbauend auf den Kindergarten gibt es zwei Vorschulgruppen mit Mädchen im Alter von fünf bis sechs Jahren. Schwerpunkt der Vorschule ist die Hinführung auf den Grundschuleintritt. Die Mädchen vertiefen ihre Deutschkenntnisse und machen erste Übungen im Schreiben und Rechnen.

Pädagogisches Konzept

Um den Erwerb neuer Kompetenzen und den aufbauenden Spracherwerb anzuregen, nutzen wir das erzieherische Prinzip »Vom Nahen zum Fernen«. Die Kinder werden über alltagsorientierte Themenkomplexe hin zu kreativem und abstraktem Vorstellungs- und Handlungsvermögen gefördert. Die direkte Lebenswelt der Kinder sowie ihre momentane Lebenssituation werden aufgegriffen.

Selbstverständlich liegt unser Schwerpunkt in der pädagogischen Arbeit auf dem Erwerb der deutschen Sprache. Sie wird spielerisch und im Alltag integrativ eingesetzt. So bilden Handlungsbegleitendes Sprechen, Korrektives Feedback und Trianguläre Dialoge die Standpfeiler der deutschen Kommunikation. Da viele Kinder in den Elementarbereich eintreten, ohne bereits die deutsche Sprache zu kennen, steht selbstverständlich pro Gruppe mindestens eine arabischsprechende Kraft zur Verfügung, um die prompte Reaktion auf die verbalisierten Bedürfnisse der Kinder zu ermöglichen und in vorbereiteten Situationen zu übersetzen. Mindestens eine Betreuungskraft pro Gruppe spricht ausschließlich Deutsch mit den Kindern und Kolleginnen, um einen linearen und authentischen Spracherwerb zu ermöglichen. Alle Betreuungskräfte sind der deutschen Sprache mächtig.

Da wir an das Konzept der Selbstwirksamkeit und Selbstbildung des Kindes glauben, ist uns eine vorbereitete Umgebung sehr wichtig. Die konstanten Elemente des Raumes sollen Sicherheit und Geborgenheit in der Einrichtung vermitteln und bieten Orientierung im Alltag. Die Wandelbarkeit und Aktualisierung der temporären Elemente soll Anregung zu neuen Erfahrungen und Impuls für neue Erkenntnisse sein. Die Fragen, die wir an unsere Umwelt stellen, das Staunen über die Welt, die uns umgibt, und die Selbstfindung in deren Gefüge werden genauso durch den Lebensraum geprägt wie durch die extrinsische und intrinsische Bildung und Erziehung des Kindes.

Während des Kindergartenjahres werden die Kinder durchgängig beobachtet, eingeschätzt und auf dieser Basis gefördert. Es findet an zwei Fixpunkten des Jahres eine offizielle Einschätzung statt, welche im Anschluss durch ein persönliches Elterngespräch transparent gemacht wird. Die erste Einschätzung verrät die Tendenz, wie konform sich Kompetenz- und Spracherwerb entwickeln. Es werden die nächsten individuellen Ziele abgesteckt und ein Abgleich der Erziehung im häuslichen Bereich und der pädagogischen Arbeit im Kindergarten gemacht. Beim zweiten Treffen gegen Ende des Schuljahres wird darüber entschieden, welcher Weg für das Kind in Frage kommt. Hierbei sind drei Möglichkeiten gegeben:

  1. der Eintritt in die Vorschulklasse,
  2. der probeweise Eintritt (2 Monate) in die Vorschulklasse,
  3. die Wiederholung des Kindergartenjahres.

In jedem Fall wird zum alleinigen Wohle des Kindes entschieden, um die Freude am Lernen zu erhalten und das Kind möglichst auf seinem Entwicklungsstand weiter zu fördern. Die bestehende Gruppe wird sowohl den Gruppenraum als auch die Betreuungskräfte wechseln.

Die Vorschule hat ein am Kindergarten anknüpfendes Konzept, welches sich zwar nicht in der Grundeinstellung zur Erziehung und Bildung, jedoch im Anspruch an die Lerninhalte unterscheidet. So werden die Kinder durch Literacyförderung, Nutzung der Zahlen im Alltag, Schwungübungen und in etlichen weiteren Kernbereichen, wie Sozialmanagement, dem Ausbau der Fein- und Grobmotorik, zu neuen und weiter entwickelten Kompetenzen gelangen. Diese bereiten sie auf den Eintritt in die Grundschule vor.

Auch im Vorschulbereich werden zwei Leistungseinschätzungen nach bekanntem Prinzip erfolgen. Zusätzlich werden zwei nicht angesagte Grundschul-Reife-Tests in Kooperation mit dem Grundschulleiter durchgeführt, welche einen erweiterten Blick auf den Entwicklungsstand des Kindes geben. Der Test ist wegweisend, jedoch nicht entscheidend für den Eintritt in die Grundschule. Beim letzten Gespräch wird erneut über drei Wege, die das Kind einschlagen kann, entschieden:

  1. der Eintritt in die Grundschule,
  2. die Wiederholung des Vorschuljahres,
  3. das Verlassen der Schule.

In jedem Fall wird zum alleinigen Wohle des Kindes entschieden. Die bestehende Gruppe wird als gemeinsame Klasse eingeschult und bezieht eines der Grundschulklassenzimmer.

Sr.-Claudia

Sr. Claudia, Leiterin des Kindergartens
kg.leiterin@dsb-alexandria.de